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Im späten 18. und frühen 19. Jh. wurden frommen Einsiedlern auch prophetische Fähigkeiten zugesprochen. Ab Mitte des 18. Jh. bildeten sich Formen, die vom Klausnerstand noch die Kutte übernommen haben, sich aber von der ursprünglichen Forderung nach absoluter Einsamkeit, Stille und Erduldung von Hitze und Kälte schon weit entfernt hatten.
Dem Eremitentum als meditative Lebensform liegt der Gedanke zugrunde, dass der Mensch Gott näher ist, wenn er in der Wüste oder zumindest in vollkommener Einsamkeit lebt. Die Einsiedler waren beim Volk beliebt und oft um Rat befragt, das Versprechen für das Anliegen des Besuchers zu beten, liess den seine Sorgen Vorbringenden erleichtert heimgehen.
In Tirol soll es 38 Eremitagen gegeben haben, deren Existenz bereits in frühchristlicher Zeit vermutet werden. Allerdings gibt es keine Belege hierfür. Das Einsiedlertum hatte im 17 Jh. seinen Höhepunkt gleichzeitig mit dem Wallfahrtswesen, ging jedoch im 18 Jh. stark zurück und wurde im 19. Jh. fast gänzlich aufgelöst.
Thierberg ist letzte Einsiedelei Tirols.
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